Donnerstag, 2. März 2017

Kolumbiens Karibikküste


Endlich haben wir uns mal wieder die Zeit genommen, um eine Ferienreise innerhalb Kolumbiens zu unternehmen. Genauer eine Reise ans Karibische Meer.
Obwohl an allen Ecken und Enden die Verkehrswege in Kolumbien ausgebaut werden, sind und bleiben die Strassen eine Herausforderung. So auch die Autopista del Sol, die 1000km lange Verkehrsachse Bogota – Küste. Lediglich 10% der Strecke ist Heute in autobahnähnlichem Stil ausgebaut, der grösste Teil bleibt schwerverkehrsverstopfte Landstrasse, was vor allem in den kurvenreichen Anden ein rasches Vorwärtskommen verunmöglicht und immer wieder riskante Überholmanöver provoziert. Darum bleibt das Auto zu Hause und auf geht die Reise im Bus.
Eigentlich braucht es im Tiefland keine warmen Kleider, die Nachttemperatur fällt kaum unter 28°C. Doch aus vorangegangenen Busreisen haben wir gelernt: Je wärmer die Umgebung desto kälter der Bus. Bewaffnet mit langen Hosen, Jacke und Daunenschlafsack besteigen wir das Gefährt, das uns in 16-stündiger Fahrt nach Cartagena bringen wird. Die Busse sind modern, komfortable Liegesitze, WiFi, Filme, aber an Schlaf ist trotzdem kaum zu denken, irgendwie findet man nie eine wirklich angenehme Sitzposition und so sind wir froh, dass es kurz vor Barranquilla endlich Tag wird. Wir fahren über die Brücken der zwei Flussarme des Rio Magdalena, beide je etwa einen halben Kilometer breit. Noch immer fehlen gut 4 Stunden.
Endlich erspähen wir die Skyline der Wolkenkratzer von Cartagena in der Ferne, geschafft. Als Erstes suchen wir etwas zum Frühstücken und da es ja auch schon wieder gegen Mittag geht, bestellen wir gleich ein Mittagessen hier im Busterminal. War eine gute Wahl, war das beste Essen während unseres Aufenthalts in Cartagena.




Cartagena hat sich seit meinen letzten Aufenthalt vor 2 Jahren stark verändert. Der Massentourismus ist nun definitiv hier angekommen. Auf Schritt und Tritt begegnet man Gruppen dicker, kurzbehoster, weisshäutiger Gringos. Das alte Fort wird im Minutentakt von Busladungen gestürmt und in der ehrwürdigen Altstadt gibt es an jeder Ecke Andenkenläden, McDonalds und Burgerkings. In der Lagune ankern die weissen Kreuzfahrtschiffe und an den Stränden von Boca Grande röten sich die Bäuche. Auch die Preise haben internationales Niveau erreicht.
Emilce, die noch nie hier war, ist etwas enttäuscht über all dem Rummel. Wir bleiben trotzdem 2 Tage und geniessen guten Kaffee, Patisserie, Zöpfeflechter und Beinmassagen.
Heute fahren wir mit dem Bus weiter nach Monteria, der Provinzhauptstadt von Cordoba. Zu Beginn der 5-stündigen Fahrt werden wir noch von einer Gruppe Franzosen begleitet, die aber allesamt in Tolu aussteigen und gegen Abend erreichen wir die Stadt. Auf den ersten Blick erscheint einem Monteria geschäftig und modern. Doch ganz anders wenn es Nacht wird. Um 6 - 7 Uhr abends werden alle Geschäfte und die wenigen Restaurants zu gesperrt und einem bleibt nur noch das Bett im Hotel.
Früh morgens sind wir zurück im Busterminal für einen Bus an die Küste. Leider kommen wir ein paar Minuten zu spät, der Bus nach San Bernardo del Viento ist bereits weg und der nächste fährt erst um 10.30 Uhr. Doch es gibt da noch die Chiva, die den Küstenabschnitt von der entgegengesetzten Richtung her erschliesst, allerdings über eine Allwetterpiste. Etwas Abenteuer kann ja nichts Schaden und so besteigen wir dieses Gefährt auf der Basis eines Lastwagenchassis mit Holzbänken. 3 Stunden holpern wir nun die 70km an die Küste hinunter. Ist aber auch Hoch spannend zuzusehen, was die Anwohner alles zu verladen haben. Kochbananen neben lebenden Hühnern und Schweinen, Säcken mit den Rispen der Ölpalme und geknebelte Schafe.
Endstation ist Moñitos, wo wir auf die Teerstrasse von San Bernardo her treffen. Uns gefällt die Gegend auf Anhieb. Ausserhalb der Saison sind wir die einzigen Touristen hier, doch dies vereinfacht die Unterkunftssuche nicht unbedingt. Zwar hat es viele Cabañas von Paisas, (Medellin) doch zur Zeit ist alles verriegelt und niemand ist hier. Nach etwas Suchen werden wir doch fündig und kommen bei einem Künstler unter. Leon vermietet uns sein Gästezimmer mit Bad und Terrasse und wir im Gegenzug laden ihn zum Mittagesssen ein.


Wir haben ein tolles Restaurant gefunden, die Besitzerin ist eine passionierte Köchin und bereitet uns in den kommenden Tagen alles erdenkliche aus frischem Fisch, Hummern und Meeresfrüchten.
 


Leon, unser Gastgeber lebt heute von seinen Schwemmholzobjekten, die er Dank seinen früheren Kontakten als Manager in gutbetuchten Kreisen in Medellin verkaufen kann. Und Schwemmholz hat es in Hülle und Fülle. Moñitos liegt am Eingang zum Golf von Uraba, zwischen Panama und dem kolumbianischen Festland, und in eben diesen Golf mündet der Rio Atrato, der wasserreichste Fluss Kolumbiens, der ein riesiges Urwaldgebiet entlang der Pazifikküste entwässert.
Wir verbringen die Tage wandernd den schier endlos langen Stränden entlang. Emilce behagt die oft raue Brandung nicht speziell, aber Strandgut sammeln umso mehr, und so stapelt sich auf unserer Terrasse bald alles Mögliche. Muschelschalen, Gehäuse riesiger Meeresschnecken, holzige Samen von Urwaldbäumen und eben Schwemmholz in allen Formen und Farben.




Ein paar Kilometer der Küste vorgelagert liegt die Isla Fuerte, eine Koralleninsel mit einem Fischerdorf, der wir Heute einen Besuch abstatten. Die halbstündige Überfahrt erfolgt im offenen Motorboot und Emilce hat dementsprechend Angst. Unbegründet, denn Heute hat es kaum Wellen. Die Insel wartet mit weissen Stränden und türkisfarbenem Meer und gutem Fisch. Am Nachmittag bei auffrischender Brise geht’s zurück auf’s Festland.





Viel zu schnell vergeht die Zeit und wir müssen zurück nach Santander. Es gibt da eine Querverbindung, die Strasse Nr. 80, die die Rückreise um mindestens 200km verkürzen würde, aber wir wissen nicht, ob sie auch von Fernbussen befahren wird. In Lorica fragen wir uns durch, bekommen aber widersprüchliche Antworten. Mit all dem Gepäck mögen wir uns nicht auf ein Experiment einlassen und so finden wir uns wieder auf der Strecke der ganzen Karibikküste entlang. Nach langen 25h Fahrt kommen wir erschöpft nach Hause.


Prolog: Die lange Busreise im Eisschrank hat sein Opfer gefordert. Mich hat die Grippe erwischt, wie seit mindestens 15 Jahren nicht mehr. Trotz allem war der Ausflug super! Wir kommen zurück!

Sonntag, 8. Januar 2017

Jahresrückblick 2016


Wieder ist ein Jahr vergangen und ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich es nicht geschafft habe, auch nur einen Blogbeitrag ins Netz zu stellen.

Das Jahr 2016 begann, wie das 2015 zu Ende ging, mit akutem Personalmangel. Die Weihnachts/Neujahrsferien brachten viel Kundschaft, aber es fehlten Bedienerinnen, Hilfskräfte in der Küche, fürs Hotel, für den Pool und so gab es sehr intensive Wochen für uns. Tagwache um 5.00 Uhr und Feierabend nicht vor 23.00 bis 24.00 Uhr. Um den 20. Januar herum waren die Schulferien zu Ende und es wurde schlagartig wieder ruhiger.
Das Personalproblem war damit nicht behoben, denn die langjährige Köchin war Schwanger und kündigte. Ersatz war nicht zur Stelle und so musste meine Frau den Job übernehmen.

Auch wir bekamen das Wetterphänomen el niño zu spüren. Zwischen Dezember und März regnete es kaum. So wurde auch bei uns das Wasser knapp und wir mussten Wasser aus der Versorgung der Fischteiche in die Tanks pumpen. In anderen Regionen des Landes war die Situation aber viel prekärer, die Bewohner mussten mit Tanklastern beliefert werden und es verendete das Vieh.
 
Der sonst mächtige Rio Suarez
 
Seit Langem spielte ich mit dem Gedanken, ein neues Haus weitab vom Verkehrslärm der Strasse auf unserem Grund zu bauen.
Im Februar kam der Bagger und planierte die Zufahrt und den Baugrund. Der Rohbau ging zügig vonstatten und im Mai war das Haus schon eingedeckt. Die Rohbauarbeiten verzögerten sich dann aber, einerseits weil wir einen Monat in der Schweiz weilten und anderseits, weil der Maurer plötzlich nicht mehr erschien und geeigneter Ersatz schwierig zu bekommen war.
Dieser Neubau sollte mich noch das ganze Jahr über beschäftigen, doch darüber mehr in einem eigenen Blog.

Baggerarbeiten  
Rohbau
Eingedeckt

Wie bereits erwähnt, unternahmen wir Mai/Juni eine Reise in die Schweiz. Die meiste Zeit verbrachten wir mit meinen Eltern in Günsberg. Wir machten Ausflüge ins Tropenhaus Frutigen, nach Adelboden auf der Suche nach dem Wohnhaus meiner Ahnen, zur Schwester meines Vaters und meiner Cousins im Raum Thun und zu Freunden meiner Eltern in Dornach. Zum Geburtstag meines Sohnes Lukas lud mein Vater die ganze Gesellschaft ins Restaurant National in Langendorf. Es wurde ein angenehmer Anlass. Nach mehr als 3 Jahren traf ich so meine ehemalige Frau Marlis, ihre Schwester Erika und Margrit, die Mutter wieder.


Geburtstag Lukas
....und es schmeckt!
 
Geeignetes Personal hier auf dem Land zu finden ist ein Riesen Problem. Einerseits leben wir 4 Kilometer ausserhalb des Dorfes und die Leute scheuen den langen Arbeitsweg, weil kaum einer mobil ist. So bleiben die Leute der Nachbarschaft. Dies sind einfache Bauern und die Mädchen haben nie gelernt, wie man einen Boden nass aufzieht oder wie man Putzt, und noch weniger wie man Gäste bedient oder wie man kocht. Nach der Rückkehr im Juni musste Emilce darum weiterhin den Job der Köchin übernehmen.

Im Dezember war die Nachprüfung des Autos fällig und so fuhren wir nach Barbosa, der nächst grösseren Provinzstadt. Es waren einige Revisionen nötig, wie der Austausch der vorderen Stossdämpfer oder ein Teil der Auspuffanlage.
Der Mechaniker teilte uns mit, das alle Arbeiten bis zum nächsten Tag andauern werden. Auf die Finca zurück wollten wir nicht und so entschlossen wir uns spontan den Bus nach Cimitarra zu nehmen. Zuerst führte uns die Strecke auf einen Pass von fast 3000m um anschliessend in einer schier endlosen Abfahrt die Ebene des Rio Magdalena auf 200m zu erreichen. Mit dem Klima ändern sich auch die Gewohnheiten der Bewohner und so feierten die Leute aus Cimitarra an einem ganz gewöhnlichen Montag bis in alle Nacht. Klar bei Tagestemperaturen bis 38°C. Wir jedenfalls waren froh, am nächsten Tag wieder in unser gemässigtes Gebirgsklima zurückkehren zu können.

Dann war auch schon wieder Weihnachten und wir verbrachten einen angenehmen Abend bei Fondue und Picada mit der Familie. Auch kamen Familienangehörige von Emilce aus Bogota um über die Feiertage im Betrieb zu helfen.


Weihnacht
Abschliessend wünsche ich dem Leser viel Freude, Erfolg und Gesundheit im Neuen Jahr und verspreche, dieses Jahr mehr zu posten.


Versprochen!

Mittwoch, 17. Februar 2016

Jahresrückblick 2015

Das Jahr 2015 war für uns  eher Ereignisarm, daher auch nicht allzu viele Blogeinträge. Nach der Hochsaison zum Jahresanfang mit vielen Gästen im Restaurant, wie auch im Hotel und am Pool, gönnten wir uns ein paar Tage Auszeit, während denen wir einen Ausflug zu den Nevados del Cocuy unternahmen. ( Siehe entsprechenden Blogeintrag ) Auch machten wir einige Ausflüge in der nähern Umgebung, um das touristische Potenzial abzuschätzen.

Emilce am Wasserfall 

Nach den turbulenten Osterfeiertagen kam im Mai mein Sohn Peter zu Besuch und wir machten Ausflüge in der Umgebung, aber auch bis nach Cartagena und Santa Marta an der Karibikküste. ( Siehe entsprechenden Blogeintrag )

Peter und seine Freundin Martica
 
Ende Juni bin ich in die Schweiz geflogen, um meine Familienangehörigen zu besuchen und um eine temporäre Arbeit zu finden. Ich habe während 4 Monaten bei der Firma Hess in Bellach gearbeitet und habe bei meinen Eltern in Günsberg gewohnt. Währenddessen hat Emilce die Finca gehütet, etwa 1000 Kaffeestauden pflanzen lassen, aber auch Maniok ( Yuca ) und Bananen.
Im August schliesslich hat ein Blitzeinschlag sämtliche Fernsehgeräte, Satelitendecoder, aber auch viele Beleuchtungskörper und selbst Kabel zerstört. Mussten alle Geräte für mehrere tausend Franken ersetzen.


Emilce und meine Mutter
Anfangs November ist auch Emilce in die Schweiz gereist und wir haben viel Zeit zu Hause mit meinen betagten Eltern verbracht, haben Familie und Freunde besucht und waren auch in Deutschland zu Besuch Familienangehöriger Emilces. Bei prächtigem Novemberwetter waren wir auch noch einige Tage in den Termen von Ovronnaz.
Schloss Chillon

Anfangs Dezember sind wir nach Kolumbien zurückgekehrt um von der Ferienzeit zu Jahresende zu profitieren. Leider liessen uns einige Angestellte im Stich, was uns Übriggebliebenen ein paar arbeitsintensive, stressige Wochen bescherte.

Grossandrang im Dezember
 
Das neue Jahr wird sicher etwas spannender. Wir haben einige neue Projekte in Angriff genommen und ich werde zu gegebener Zeit darüber bloggen.




Freitag, 12. Juni 2015

Besuch von Peter


Etwas aufgeregt fuhren Emilce und ich an den Flughafen von Bogotá um meinen Sohn Peter in Empfang zu nehmen. Das Flugzeug der Fluggesellschaft Iberia landete planmässig und über Whatsapp informierte uns Peter, dass Zoll und Immigration noch etwas Zeit in Anspruch nehmen werden. Mit vielen Andern warteten wir am Ausgang auf Angehörige und endlich konnten auch wir Peter begrüssen.
Bienvenidos a Colombia!
 

Nach einer innigen Umarmung suchten wir ein Taxi, das uns an die 170 Strasse zur Wohnung von Emilces Töchter bringt. Auf der Fahrt gibt es natürlich viel zu berichten und auch zu zeigen. Unser Aufenthalt währt nur kurz, da wir am nächsten Tag eine Zusammenkunft des Tourismusvereins haben und darum zurück auf die Finca müssen. Peter ist zwar hundemüde, aber auf der gut vierstündigen Fahrt kann er trotzdem nicht schlafen, wie schon vorher auf seiner 14-stüdigen Flugreise. Gegen Mitternacht kommen wir nach Vado Real und nach einem Bier gehen wir endlich schlafen.

 In den Hochanden um Gambita

Tags darauf lassen wir Peter ausschlafen und wir widmen uns der erwähnten Sitzung. Später gibt es ein traditionelles kolumbianisches Frühstück mit Fleischsuppe, Spiegeleiern und Maisfladen, dazu Tinto, dem süssen, wässrigen Kaffee. Peter ist nicht allzu Begeistert von diesem Mahl.
Anschliessend machen wir einen Rundgang durch die Finca, zeigen ihm unsere Tiere, die Fische und die Pflanzungen und gehen im Pool schwimmen.
Abends gewittert es, wie halt üblich in der Regenzeit und mangels Breitbandinternet muss auch Peter mit uns amerikanische Spielfilme fernsehen. So gehen wir wie üblich um 22 Uhr schlafen.

 Canon de Chicamocha

Die nächsten Tage verbringen wir auf der Finca oder mit Tagesausflügen in der Umgebung. Ich muss mich auch immer wieder kleineren Arbeiten widmen und so verbringt Peter seine Zeit mit Chaten (dazu reicht das mobile Internet :-) oder mit Schwimmen oder Lesen. Wochenende heisst immer auch im Restaurant mit Hand anlegen und so hilft Peter mir, unser erstes, verkauftes Fondue zuzubereiten.

 Rauschende Wasser 

Diese Woche fahren Peter und ich mit dem Bus an die Karibikküste. Bei heissen 30 Grad steigen wir in den klimatisierten Bus und schon bald beginnt es uns zufrösteln. Wissend um der Hitze der Küste haben wir keine warmen Sachen mitgenommen und so verbringen wir eine eisige Nacht frierend im Bus, eingepackt in Regenjacke und Badetuch!
Nach 16-stüdiger Fahrt im Tiefkühler kommen wir nach Cartagena de las Indias, der sogenannten Perle der Karibik. In der Tat ist Cartagena die wohl schönste Stadt Kolumbiens. Sie besitzt eine ausgedehnte Altstadt mit kolonialem Charme, rundum eingeschlossen von Festungsmauern, einen riesigem Fort auf einem kleinen Hügel und den mondänen Badestränden mit Wolkenkratzern wie in Miami. Wir verbringen 2 Tage mit Besichtigungen und geniessen die maritime Kost.

In der Altstadt von Cartagena

Aussicht von der Festung

Heute fahren wir weiter nach Santa Marta, einer andern Stadt an der Karibikküste. Santa Marta ist vor allem bekannt wegen dem nahe gelegenen Nationalpark Tairona und der Sierra Nevada de Santa Marta. Die Stadt selbst hat touristisch nicht allzu viel zu bieten, was sie aber gerade deshalb authentischer macht. Am nächsten Tag fahren wir mit dem Bus in den Taironapark. Der beliebte Nationalpark schützt das Küstenbergland, die Strände und das Meer. Wegen der Kokospalmen gesäumten Strandbuchten kommen auch viele Globetrotter hierher. Allerdings ist wegen starker Strömungen nur an wenigen Orten das baden erlaubt. Wir wandern bis zum Cabo San Juan de la Guia, wo wir baden und die nachfolgenden Strände erkunden. Abends beziehen wir unser Mietzelt, in dem wir bei warmen 25 Grad auch nachts ohne Decke schlafen können. Noch beliebter sind allerdings die Schlafplätze in der Hängematte.

 
Mietzelte am Cabo San Juan de la Guia

 
Karibischer Traumstraumstrand

Am nächsten Morgen gehen wir badend und wandernd zurück zum Parkeingang und nachfolgend mit dem Taxi nach Santa Marta. Nach einem gemeinsamen Mittagessen verabschiede ich mich vorerst einmal von meinem Sohn. Er wird eine 5-tägige geführte Tour zur indianischen Ruinenstadt Ciudad Perdida und zu den Kogui Indianern in der Sierra Nevada de Santa Marta machen, ich muss zurück, um über das verlängerte Wochenende im Restaurant zu helfen. 


Terrassen der Ciudad Perdida


Eine Woche später kommt Peter einmal mehr zu uns nach Vado Real. Er hat seine Tour mit einer Gruppe Franzosen gemacht. Sie mussten jeden Tag etwa 8 Stunden durch unwegsames Gelände von Camp zu Camp wandern, um schlussendlich die an einem Berghang gelegen, terrassierte Ruinensiedlung zu erreichen.

Nach ein paar Tagen ausruhen auf der Finca mache Peter und ich eine Ausflug ins koloniale Villa de Leyva, besuchen die Dinosaurierfossielien, ein Tal mit indianischen Felsmalereien und den Paso del Angel, einen atemberaubend schmalen Grat zwischen zwei Schluchten. Am nächsten Tag stehen wir früh auf, um eine anstrengende Wanderung zur Laguna de Iguaque zu machen. Nach einen steilen Aufstieg von fast 1000m erreiche wir den See im Paramo, umsäumt von Frailejones (Espeletien). Hier auf 3650m Höhe ist es neblig, kühl und nieselig und wir machen uns rasch wieder auf den Abstieg.


 Prekolombinische Felszeichnungen


   Restaurant an der Plaza von Villa de Leyva


 Laguna de Iguaque


Die letzten zwei Tage vor seiner Rückkehr in die Schweiz wollen wir in Bogotá verbringen. Wir übernachten bei den Töchtern von Emilce und fahren gemeinsam mit der Standseilbahn auf den Aussichtsberg Monserate, wo wir eine einmalige Sicht über das Häusermeer der Millionenmetropole bestaunen. Am Nachmittag machen Carolina, Peter und ich einen Besuch im Museum des kolumbianischen Künstlers Botero und des angegliederten Museums La Moneda, das nicht nur die Geschichte der Landeswährung zeigt.


 Auf dem Aussichtsberg Monserate


 Schmuck eines Schamanen im Goldmuseum 


Heute ist der letzte gemeinsame Tag und wir wollen noch das legendäre Goldmuseum besichtigen. Der gewaltige Bau zeigt eine schier endlose Sammlung an prekolumbinischer Goldschmiedekunst und anderer indianischer Artefakte. Nach dem Mittagessen mache wir uns mit dem Taxi auf den Weg zum Flughafen, wo wir unseren geliebten Gast aus der Schweiz verabschieden.
 

Sonntag, 15. März 2015

Ausflug zu den Nevados del Cocuy

Nach der stressigen Saison von Weihnachten / Neujahr gönnten wir uns ein paar Tage Ferien. Der Ausflug mit unserem frisch erworbenen Auto begann schon einmal mit einer Panne. Im langen Anstieg nach Chiquinquira fing der Wagen an zu stottern und nur mit Mühe erreichten wir die Stadt. Dort treffen wir uns mit einem alten Bekannten, der Erfahrung mit dem Montero hat. José wusste sofort, dass der Fehler bei der defekten Benzinpumpe liegt. Also Benzinpumpe wechseln und oh Wunder, seither läuft der Wagen tadellos.
Anschliessend besuchten wir unsere zweite Finca in den Hügeln von Chiquinquira und übernachteten im Zelt. Am nächsten Morgen machten wir einen Rundgang durch das weitgehend mit Gebüsch zugewachsene Terrain. Hier auf rund 3000m wachsen verwilderte Kiefern und Eukalyptus und so beauftragten wir einen Nachbarn, diese Bäumchen vom Gestrüpp freizuhalten.




Weiterfahrt nach Raquira, wo es vielfältige Töpferware zu kaufen gibt und Villa de Leyva mit den fossilen Dinosauriern. Hier übernachteten wir ein weiteres Mal im Zelt, aber dieses Mal auf dem sehr gut eingerichteten Zeltplatz mit Feuerstellen und heissen Duschen.

Heute besuchten wir Tunja, die hochgelegene (2900m) und entsprechend kalte Hauptstadt der Provinz Boyaca und anschliessend das Thermalbad von Paipa wo wir uns im heisssen Wasser suhlten. Übernachtet haben wir diesmal in einem Hotel in Duitama.

Abfahrt bei Sonnenaufgang in Richtung El Cocuy, auf einer überraschenderweise neuen, gut ausgebauten, asphaltierten Strasse bis nach Soatá. Die Fahrt führt uns zuerst einmal über einen Paramó mit den typischen Frailejones und an diesem wunderbaren Tag können wir von weitem die Nevados del Cocuy sehen. Soatá liegt im Tal des Rio Chicamocho mit einem ariden Mikroklima mit Akazien und Kakteen. Weiterfahrt auf einer asphaltierten, aber kurvenreichen Bergstrasse durch kleine Dörfer bis nach El Cocuy.
Hier treffen wir uns mit einer alten Bekannten von Emilce und ihrem Mann, der einen Laden mit Haushaltsartikeln führt. Wie selbstverständlich können wir bei ihnen übernachten.



Frühmorgens um 5.00 Uhr brechen wir auf. Auf einer Bergstrasse können wir bis auf 3800m fahren. Bei Sonnenaufgang in eisiger Kälte bestaunen wir unsere ersten Schneeberge in Kolumbien. Da uns keine Zeit zur Aklimatisation bleibt, unternehmen wir eine leichte Tageswanderung, die uns in ein Tal mit glazialen Karseen auf 4300m führt. Mehr als 10 Seen und Seelein, umstanden von bis zu 4m hohen Frailejones und gekrönt von Bergen mit ewigem Eis bilden eine wunderbare Kulisse. Die Eisgrenze liegt bei 4800m, die Gipfel erreichen 5300m. Die Nevados del Cocuy sind eine Doppelreihige Kette von Bergen von etwa 30 Kilometer Länge mit unzähligen Seen und der einzigartigen Vegetation des Paramo. Wir kommen wieder mit mehr Zeit!

Am späten Nachmittag erreichen wir das Dorf El Cocuy und verabschieden uns von unseren Bekannten. Da uns am nächsten Tag eine lange Rückreise erwartet, haben wir entschlossen, bis nach Capitanejo zu fahren. Der Weg führt uns durch eine wilde Schlucht und nach Einbruch der Dunkelheit erreichen wir das Dorf. Hier im Tal des Chicamocho ist es auch Nachts sehr warm.



 
 
Am nächsten Morgen machen wir auf den Rückweg. Zunächst auf der Asphaltstrasse in Richtung Tunja, dann aber über eine unbefestigte Strasse durch tiefe Täler und kleine, abgelegene Dörfer nach San Gil. Auf einem letzten Pass können wir von weitem noch einmal das Schneemassiv von El Cocuy bestaunen. Kurz vor Dunkelwerden sind wir zu Hause


 


Dienstag, 16. Dezember 2014

Jahresrückblick 2014

Panoramasicht Finca
Seit dem letzten Eintrag ist viel passiert und es hat sich hier einiges verändert.
Im April/Mai waren wir in der Schweiz. Neben Besuchen von Familienangehörigen haben wir etliche kürzere und längere Ausflüge gemacht. So waren wir z. B. in Solothurn, Basel, Bern, Zürich, Kaiseraugst, Ballenberg, Gornergrat, im Tessin, im Veltlin und Engadin. Emilce hat die Schweiz überaus gut gefallen, doch nach einem Monat sind wir dann doch gerne wieder nach Kolumbien zurückgekehrt.

Gornergrat
Hier auf der Finca gibt es auch von einigen Veränderungen zu berichten. So ist endlich der Umbau des Restaurants abgeschlossen, die Terrasse mit Schiebefenstern als Windschutz versehen, neue Küche, neue Kühlgeräte, drei neue Zimmer mit Warmwasser von der Solaranlage, 4000l Wassertanks auf dem Dach, damit das Wasser nun auch reicht in der Trockenzeit.


Neue Kühlvitrine
Neues Hotelzimmer
Teilsicht Restaurant
Sicht auf Restaurant und Zimmer

Der Viehstall ist Instand gestellt, neu unterteilt für die Hühner, Schafe, Ziegen und Rinder.
Die Viehzäune der Weiden sind geflickt und nun auch ausbruchssicher für Ziegen.
Die neu gepflanzten Orangen-, Mandarinen, und Zitronenbäume gedeihen und tragen auch schon erste Früchte. Auch Mango, Papaya und Avocados wachsen. Die Koch- und Süssbananen, die Yuca, die Passionsfrucht, selbst Americanotrauben entwickeln sich gut.

Gulupa ( Passionsfrucht )
Bananen und Yucastauden
Stall mit Schafen und Huehnern
Mit dieser Anzahl an Neuerungen kamen halt leider die Ausflüge ein wenig zu kurz. Unsere Reisen beschränkten sich auf Bogotá um die Töchter von Emilce zu besuchen und vor allen um einzukaufen. So sind wir einmal mit 7 Matratzen, Isolation und weiterer Ware mit dem Bus zurückgefahren. Man braucht halt einfach ein bisschen Mut und Unverfrorenheit in diesem Land!
Dann hatten wir auch immer wieder Besuch von ausländischen Touristen. Viele davon sind Velofahrer aus Deutschland, Lichtenstein und der Schweiz. Ein deutscher Fahrradfahrer, Michael, hat sich in eine Frau aus Socorro verliebt und hat uns nun schon mehrere Male besucht. Er hat sich in Bogotá an der Deutsche Schule um eine Stelle beworben und wird bleiben.


Hof eines typischen kleinen Bauernhofes
Letzthin war Cedric, der Stiefsohn meiner Cousine zu Besuch und ich habe mit ihm einen Ausflug in die Umgebung gemacht. Wir fuhren mit dem Lechero (Milchmann) nach Aguada, einem winzigen Dorf auf einer Terrasse hoch über dem Becken des Rio Suarez mit atemberaubender Aussicht.

Panoramasicht von Aguada über das Becken des Rio Suarez
Wir besuchten das Labyrinth, eine Folge von tiefen, tektonischen Spalten und eine Höhle mit dem Namen Catedral wegen der hohen, gewölbten Endhalle.

Rutschige Partie im Labyrinth
Traverse in der Cueva de Catedral
Kleines Bächlein in der Stauzone
Am folgenden Tag unternahmen wir von La Paz aus einen Ausflug zum Hoyo del Aire, einer riesigen Einsturzdoline 170m und 200m Tiefe mit dichtem Dschungel auf dem Grund und vielen Guacheros, Vögel, die in der nachfolgende Höhle brüten. Wir waren mit einem lokalen Guide unterwegs, der ein Gästebuch führt, und so sahen wir, dass auch schon Schweizer Speleologen sich in dieses Loch hinunter gewagt haben. (Roman Habka, etc.) Anschliessend wanderten wir zur Cueva del Molino, einer Höhle mit riesigen Gängen.

Fischaugesicht Hoyo del Aire


Mit Cedric am Abgrund
Cueva del Molino
Was gibt es noch für Neuigkeiten? Ja, wir haben uns entschlossen, nun doch ein Auto zu kaufen, einen Mitsubishi Montero 1998 (Pajero, Mitsubishi musste den Namen für die spanischsprachigen Länder ändern, ja, wer wollte schon mit einem Auto namens Wixer herumfahren :-) um die mühseligen Warentransporte zu bewerkstelligen und um dann doch vermehrt Ausflüge unternehmen zu können im nächsten Jahr.

Das Bild sagt alles
Zum Schluss wünsche ich allen meinen geneigten Lesern frohe Festtage, viel Glück, Frieden und Erfolg im nächste Jahr.